"Nie endgültig!" – über die Bedeutung von Raum, Material und freiem Spiel im mumok. museum moderner kunst stiftung ludwig wien

Manchmal entstehen besondere Begegnungen nicht durch große Inszenierungen, sondern durch Räume, die Möglichkeiten eröffnen. Die Ausstellung Nie endgültig! Das Museum im Wandel  im mumok ist für mich genau so ein Ort. 

Durch meine Arbeit als Kokomoo, meine langjährige Beschäftigung mit dem freien Spiel und offenem Material habe ich im Rahmen meiner Zusammenarbeit mit dem mumok bereits Ende 2024 Spielmaterialien für das Atelier ausgewählt und zusammengestellt. Materialien, die sich aufgrund ihrer Vielseitigkeit für Kinder von 0-99 Jahren eignen und ergänzende, kleinteilige Materialien, die zusätzlich für Kinder ab 3 Jahren angeboten werden können. Eine Auswahl der Materialien ist dann im März 2025 vom Atelier in den Ausstellungsbereich von Nie endgültig! gewandert.


Außenansicht des mumok, Museum moderner Kunst, in Wien. Bei strahlend blauem Himmel

Die Ausstellung „Nie endgültig – Das Museum im Wandel“ im mumok beschäftigt sich mit der Entwicklung des Museums seit den späten 1970er-Jahren – einer Zeit, in der neue Sammlungen, internationale Einflüsse und wichtige Kooperationen das Haus nachhaltig geprägt haben.

Im Mittelpunkt steht dabei die Idee, dass ein Museum nie abgeschlossen ist, sondern sich ständig weiterentwickelt. Kunst wird hier nicht nur gezeigt, sondern als etwas verstanden, das gemeinsam entdeckt, hinterfragt und weitergedacht werden kann.

Im Rahmen dieser Ausstellung ist ein Raum entstanden, in dem nicht nur Kinder eingeladen sind aktiv zu entdecken, zu experimentieren und eigene Zugänge zu Kunst zu finden – durch Material, durch Bewegung und durch freies Spiel, sondern auch wir Erwachsene. So wird es möglich, Kunst als etwas Lebendiges zu erleben.

Und so hat es sich ergeben, dass ich durch mein Mitwirken Teil dieser großartigen Ausstellung wurde. Ehrlich gestanden, erfüllt es mich mit ziemlichem Stolz, dass mein Name zwischen all den Namen der wunderbaren Menschen steht, denen wir diese Ausstellung verdanken. Falls du suchen magst - du findest mich ungefähr auf Höhe meiner Nase :-))

Barbara Lackner, Gründerin von Kokomoo vor einer Wand mit Namen im mumok.
Erwachsene Menschen erforschen die Kokomoo Spielmaterialien im mumok Wien.


Ein Bereich für freies Spiel mit Kokomoo Spielmaterial im mumok Wien.

Die Rolle des Spielmaterials als Einladung ins eigene, selbstbestimmte Entdecken. Offene, einfache Materialien ermöglichen es eigene Ideen zu entwickeln, ohne dass ein Ergebnis vorgegeben ist. Genau darin liegt für mich eine wichtige Verbindung zwischen freiem Spiel und Kunst: beide leben vom Ausprobieren, vom Verändern und vom Vertrauen in den eigenen Prozess.

Kinder im mumok beschäftigen sich mit den offenen Spielmaterialien.

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Offenes Spielmaterial für freies Spiel von Kokomoo im mumok Wien.
Zeichnungen von Formen in einem Heft, gehalten von einem Kind.
Zeichnungen auf neongelben Papier, ein Stift.
Spielmaterialien von Kokomoo auf einem großen runden Teppich im mumok laden zum freien Spiel ein.

Der Besuch im mumok, in "meiner" Ausstellung, hat mir einmal mehr gezeigt, wie wichtig Räume sind, in denen Kinder ohne Bewertung experimentieren dürfen. Zu sehen, wie sie mit den Materialien arbeiten, eigene Lösungen finden und dabei ganz selbstverständlich in schöpferische Prozesse eintauchen, war für mich ein sehr besonderer Moment.

Natürlich auch deshalb, weil ich selbst einen Beitrag geleistet habe zu diesem ganz wundervollen Experimentierraum.

Wie schreibt das mumok so schön bei der Beschreibung dieses Ausstellungsraums: 

Freies Spiel unterstützt nachweislich kognitive, soziale, emotionale und motorische Entwicklungsprozesse und gilt als kreativer Weg der Weltaneignung, ein Ansatz, der im Projektraum bewusst aufgegriffen wird.

Da kann ich dem mumok - begleite ich Kinder und Menschen, die mit ihnen leben und arbeiten doch schon seit so vielen Jahren - nur zustimmen. Raum für freies Spiel in öffentlichen Einrichtungen - das macht Sinn!

Der Bereich für freies Spiel im mumok, es hängen gemalte und gebastelte Kunstwerke von der Decke ab.